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Joshiko Saibou bekam im Spiel gegen Phoenix Hagen 6:32 Bundesligaminuten. Foto: Thewalt.

Joshiko Saibou bekam im Spiel gegen Phoenix Hagen 6:32 Bundesligaminuten. Foto: Thewalt.

Die TBB Trier deklassiert den direkten Konkurrenten um den Nichtabstieg, Phoenix Hagen, mit 89:66. Henrik Rödl gab den Youngstern wie Joshiko Saibou viel Zeit auf dem Parkett.

Das hatte so niemand erwartet. 3189 zahlende Zuschauer in der Trierer Arena nicht – darunter langjährige Basketball-Zuschauer, die die TBB Trier in all ihren Firmierungen seit dem Erstligaaufstieg vor über zwanzig Jahren verfolgen. Die mitgereisten Pressekollegen aus Hagen nicht. Und selbst der Berichterstatter von Triers einziger Tageszeitung, der schon mehr Basketballspiele gesehen haben dürfte, als die Arena Sitze hat, sagte gegen Ende des ersten Viertels: “Ich habe sowas noch nie gesehen.” Und das nach noch nicht einmal zehn Minuten Spielzeit.

Die TBB Trier hatte Phoenix Hagen zu Gast, einen der schärfsten Konkurrenten um einen Nichtabstiegsplatz – und gleichzeitig eine der gefährlichsten Offensivmannschaften der Liga, ein Team das Spiele mit 105:104 gewinnen kann. Bewegliches Offensivspiel, blitzschnelle Abschlüsse – die Mannschaft von Ingo Freyer wäre von Trier nur durch harte Verteidigung und Trierer Tempokontrolle zu stoppen, so die einhellige Meinung vor Spielbeginn. Was dann auch geschah -  aber reichlich anders als gedacht.

Die TBB ging selbst von Anfang an offensiv hohes Tempo und konnte sich schnell eine 7:0-Führung erarbeiten. Dabei war in der Trierer Offensive längst nicht alles Gold, drei Versuche in Folge fanden nicht ihr Ziel, aber Philip Zwiener markierte mit Bonusfreiwurf das 5:0, traf kurz darauf aus der Mitteldistanz zum 7:0 und nötigte Ingo Freyer schon früh die erste Hagener Auszeit auf. Der Grund für die Führung lag vielmehr in der disziplinierten Trierer Verteidigung, die jeden Hagener Versuch direkt unterband – ein Fehlstart für die Feuervogel aus Westfalen. Und es ging weiter: Nate Linhart meldete Hagens Topscorer Zygimantas Jonusas komplett ab, Philip Zwiener, der Mann der Anfangsphase markiert das 11:0, und Freyer kassiert bereits nach gut fünf Minuten ein Technisches Foul wegen Meckerns – ob er damit seine Mannschaft meinte, die völlig von der Rolle war, oder das Schiedsrichtergespann, blieb offen.

Trier mauerte weiter, Maik Zirbes blockt zweimal direkt hintereinander Tristan Blackwood und Adam Constantine, vorne erhöht Zwiener auf 16:0 – die Arena traute jetzt schon ihren Augen nicht, ob der Ladehemmung, die die schnellste Offense der Liga da befallen hatte. Beim Stand von 18:0 hätte Hagen die Chance auf die ersten Punkte der Partie, doch Jordan Hasquet vergibt zwei Freiwürfe. Es dauerte schließlich bis zum 22:0 durch Dru Joyce, bis Hagen die 0 von der Tafel spielen konnte – zwei Freiwürfe von TJ Carter zum 22:2, die auch das Heimpublikum mit frenetischem Applaus quittiert. Es dürfte die längste Serie sein, die ein Trierer Team jemals gespielt hat.

Dass das nicht ganz so bleiben würde war klar – Hagen gelang jetzt ein 8:0-Lauf, den Henik Rödl an der Trierer Seitenlinie allerdings umsichtig mit einer Auszeit stoppte. Die Gäste versuchen mit einer Ganzfeldpresse die Trierer Dominanz zu stören, erfolglos. Trier beendet eines der besten Viertel in der jüngeren Vereinsgeschichte (gegen einen überraschend schwachen Gegner) mit einem Buzzerbeater von James Washington. Es steht nach zehn Minuten 28:9.

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Hagen presste weiter, Trier zeigte sich unbeeindruckt, markierte in nur zwei Minuten 10 Punkte. Henrik Rödl hatte jetzt James Washington und Andi Seiferth aufs Feld geschickt, Joshiko Saibou (Foto) war schon im ersten Viertel für den mit drei Fouls belasteten John Bynum in Spiel gekommen. Und vor allem Washington glänzte jetzt entweder als umsichtiger Vorlagengeber für Seiferth oder schloss selbst spektakulär ab, wie zum 46:21, als er den Ball nach schnellem Sprint im Seitwärtsfallen noch sicher einlegen konnte. Auch Samy Picard (Foto: Thewalt.) hatte sich mittlerweile nach langer Abstinenz ins Spiel eingefügt und gleich den ersten Dreier getroffen – es lief nicht nur für die Startformation der Trierer hervorragend. Zur Halbzeitpause stand mit 55:25 eine Dreißig-Punkte-Führung auf der Anzeigetafel, Freyers Auszeiten hatten nichts daran geändert, lediglich Adam Constantine und Zygimantas Jonusas erreichten in seinem Team einigermaßen Normalform – der Rest war zwar angetreten, aber quasi nicht vorhanden.

Auch Samy Picard durfte seit langem wieder aufs Parkett - und traf direkt den freien Dreier. Foto: Thewalt.

Auch Samy Picard durfte seit langem wieder aufs Parkett - und traf direkt den freien Dreier. Foto: Thewalt.

Die TBB hielt den Druck und die Konzentration aufrecht, vor allem Nate Linhart ging seinen Gegenspielern mit schnellen Händen auf die Nerven. Der beste Balldieb der Basketball Bundesliga (1,9 Ballgewinne im Schnitt) hatte am Ende schon wieder drei Steals auf dem Zettel, zweien davon folgte in dieser Phase direkt die Korbvorlage. Mit 15 Punkten war Linhart außerdem zweitbester Punktesammler nach Philip Zwiener (18). Am Ende des dritten Viertels steht es 74:40, Hagen hatte jetzt auch das Verteidigen komplett eingestellt, die Gäste wurden von Dru Joyce und Kollegen einfach umlaufen wie Slalomstangen. Zeit für Kabinettstückchen blieb auch noch, insgesamt drei Mal gelang der Alley Oop, also das riskante hohe Anspiel, das noch in der Luft aufgenommen und verwertet wird. Dabei hatte man zu keiner Zeit das Gefühl, dass das Team von Henrik Rödl über solchen Showeinlagen die eigentliche Aufgabe vergessen würde, nämlich, den direkten Vergleich zu sichern. Aber der war schon lange drin – die fünf aufzuholenden Punkte Differenz aus dem Hinspiel waren schon seit den ersten Minuten eingefahren.

Im vierten Viertel ging Trier vom Gas, Henrik Rödl konnte die Partie mit den Youngstern Saibou und Kilian Dietz zu Ende spielen, Saibou markierte denn auch den 89:66 Endstand – ein Debakel für schwache Hagener, die sich mit dieser Leistung arge Sorgen um den Klassenverbleib machen müssen, gleichzeitig ein Ausrufezeichen der Trierer, die schlicht und einfach nicht mehr zugelassen hatten. Die TBB hat sich mit diesem vierten Heismieg in Folge im Kampf um das rettende Ufer eindrucksvoll zurückgemeldet.

Henrik Rödl: “Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Wir hatten den besseren Anfang, großes Lob an meine Mannschaft, das war sicher eine unserer besten Hälften. Wir haben in der Halbzeitpause gesagt, dass Hagen ein Team ist, das in der Lage ist, den Rückstand aufzuholen. Wir sind dann konzentriert geblieben und haben verdient gewonnen.”

Ingo Freyer: “Glückwunsch zum Sieg, nach den ersten paar Minuten war es nicht mehr anders zu erwarten. Wir sind sehr viel zum Korb gegangen, aber es gab keine Pfiffe. Dann haben wir aufgehört zum Korb zu gehenund haben nur noch geworfen. Wenn man dann so schlecht trifft wie wir, dann fällt man in ein mentales Loch, aus dem man nicht mehr so leicht rauskommt. Das ist sehr schade, wir hatten uns viel vorgenommen.”

 

Punkte TBB:
Linhart (15), Joyce (7), Saibou (2), Zwiener (18), Dojcin (2), Faßler (2), Seiferth (8), Washington (14), Picard (3), Zirbes (12), Bynum (6), Dietz (0).

Punkte Hagen:
Rockmann (0), Jonusas (12), Reuter (2), Blackwood (2), Wilkins (0), Spohr (9), Carter (13), Kruel (2), Hasquet (8), Constantine (13), Sparks (3), Seward (2).

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