THE BIG DEAL – die Beko BBL im TV

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Teil 2: Umfrage-Ergebnisse: Live-Streams im Internet als Erfolgsmodell!?

Die FRAPORT SKYLINERS gingen als erste einen Schritt weiter. Sie produzierten ab der Saison 2012/2013 einen eigenen Video-LiveStream ihrer Heimspiele und entwickelten diesen stetig weiter. In der Saison 2013/2014 folgten nach und nach insgesamt sieben weitere Standorte (Trier, Ludwigsburg, Bayreuth, Hagen, Würzburg, München, Bamberg) mit einer oder mehreren Übertragungen. Die Produktionsteams aus Ludwigsburg und Trier boten als einzige auch Übertragungen von Auswärtsspielen an. Eine offizielle Übersicht sämtlicher Zugriffszahlen auf die Sport1-Server bei den  Vereinsstreams gibt es (noch) nicht, allerdings haben allein wir über 200.000 Kontakte und rund 10.000 Zuschauer pro Übertragung verzeichnet (siehe Bilanz).

Um auch ein qualitatives Feedback zu der ausgeweiteten Live-Berichterstattung in der Beko Basketball Bundesliga zu erhalten, hatten wir vor einigen Wochen eine große Umfrage gestartet, an der sich insgesamt 1306 Basketballfans aus ganz Deutschland beteiligten, 787 Personen haben den kompletten Fragenkatalog beantwortet und gehen somit als Grundlage in die Auswertung ein. Hier die wichtigsten Ergebnisse – auf Anfrage lassen wir Euch per Mail gerne den gesamten Datensatz zukommen.

Die Einstiegsfrage beschäftigte sich mit der generellen Zufriedenheit der Kernzielgruppe mit der Live-Berichterstattung in der Beko BBL Saison 2013/2014:

Zufriedenheit

80 Prozent der Befragten bewerteten den Status Quo also im positiven Bereich – ein gutes Ergebnis, an dem die Online-Streams einen maßgeblichen Anteil haben:

Streams

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen den Free-TV Übertragungen bei Sport 1, die lediglich 34 Prozent als sehr postiv oder positiv bewerteten im Vergleich zu den beliebtesten Vereins-Streams aus Frankfurt (87,9%) und Trier (84,8%). Die Beko BBL hat also im Hinblick auf die Vergabe der neuen Medienrechte die richtigen Schlüsse gezogen und den Weg frei gemacht für eine umfassende Berichterstattung via Internet/Entertain-Stream ohne die Zwänge und Restriktionen einer klassischen Fernsehproduktion. Durch das reichweitenstarke  Angebot über die Telekom-Kanäle können künftig auch andere Qualitätsmaßstäbe an den Free-TV Partner gesetzt werden, die Liga stärkt die eigene Verhandlungsposition.

Doch welche Elemente einer Live-Übertragung sind den Basketballfans besonders wichtig?

Elemente

Die Basketballfans wünschen sich kommentierte Übertragungen in HD-Qualität, in denen die wichtigsten Szenen nochmals in Zeitlupe analysiert werden können und als Highlights zusammengefasst werden. Außerdem sollten die Übertragungen als Aufzeichnung on demand zur Verfügung stehen. Wir gehen davon aus, dass all diese Wünsche in den “Telekom-Streams” berücksichtigt werden.

Unsere eigenen Produktionen der Trierer Spiele haben wir inhaltlich noch genauer beurteilen lassen. Das Konzept mit einer ausführlichen Vor-und Nachberichterstattung sowie wechselnden Co-Kommentatoren (Spieler, Experten, Vertreter des Gegners) zahlte sich aus.

TBB Stream

Bleibt die spannende Frage, ob die Zuschauer für den Service auch bezahlen würden?

Zahlen

Neben der Live-Berichterstattung gab es in der Saison 2013/2014 auch wesentlich mehr vereinsübergreifende Videoinhalte/Highlights:

Highlights

Da wir unser Bildmaterial aus den gleichen Rough-Cuts bezogen haben, interpretieren wir das Ergebnis so, dass die Zuschauer sich ausführlichere Spielberichte wünschen. Während ein klassischer Beitrag nur eine Länge von maximal zwei Minuten pro Partie hat, waren unsere Spielberichte inklusive Interviews jeweils bis zu 7 Minuten lang. Aus unserer Sicht ist ein “Play of the day” die ideale Ergänzung zu einer ausführliche Highlightberichterstattung.

Fazit: Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage zeigen, dass die regionalen Produktionen die Berichterstattung bereichert und inhaltlich von der Kernzielgruppe sogar deutlich besser beurteilt wurden als die professionellen Free-TV Produktionen.

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4 Comments

  1. Jano

    24. Juni 2014 at 14:42

    Für den Basketballkonsumenten ist das Alles sicherlich ganz toll, aber was ist mit den Fans, die die Spiele ihres Vereins vor Ort besuchen?
    Die Basketball Bundesliga wird hiermit noch ein Stück mehr zum Konsumprodukt. Feste “Sendezeiten”, also für Fans vor Ort “Tipoffzeiten”, sind sicher lange überfällig, allerdings schwant mir böses, wenn ich lese, dass freitags, samstags und sonntags feste Tipoffzeiten geplant sind. Da der Spielplan wie zB im Fußball weiter entzerrt werden soll, um mehr nacheinander übertragen zu können befürchte ich Tipoffzeiten wie Samstag 15, 18 und 21 Uhr, Freitag 18 Uhr oder Sonntag 13 Uhr wie in der Vergangenheit bereits erlebt.
    Das mag für den Konsumenten vor der Röhre ganz toll sein, aber für die Fans, die den Sport beleben und ohne die es in den Hallen todeslangweilig wäre ist das kein Zuckerschlecken.

    Da werden wieder Entscheidungen getroffen, die für aktive Fans fast nur Nachteile haben. Positive Meldungen für diese Fans gibt es seitens der Bundesliga schon lange nicht mehr…

    • Chris

      24. Juni 2014 at 17:36

      Du hast bzgl. der Tip-Off-Zeiten wohl recht, dass es mehrere pro Tag geben wird, wobei die Vereine/Hallenkapazitäten ja auch eine Rolle spielen und die genauen Uhrzeiten noch nicht veröffentlicht wurden. Als Familienvater sehe ich es z.B. auch positiv sollte z.B. samstags auch mal um 18 Uhr oder sonntags um 15 Uhr gespielt werden. Insgesamt muss man als Fan aber wohl mit der fortschreitenden Kommerzialisierung leben, Basketball ist Business, die Vereine Wirtschaftsunternehmen. Ich sehe es aber durchaus auch positiv, dass ich neben dem Heimspiel vor Ort noch mehr Spiele als bisher live verfolgen kann. Ich gebe Dir aber recht, dass das negativen Einfluss auf die Fankultur, gerade bei Auswärtsfahrten haben könnte, dass alle Spiele übertragen werden. Hier sind die Vereine und die Fans gefragt, dass es nicht so wird. Es gibt doch schließlich nichts über das Live-Erlebnis in der Halle.

  2. bth-fan

    30. Juni 2014 at 10:55

    Danke für den ausführlichen Artikel!

  3. Jens

    10. Juli 2014 at 01:53

    Im ersten Satz steht, dass sich die Telekom die Übertragungsrechte auf allen audiovisuellen Kanälen gesichert hat. Was passiet mit den Radiosendern wie Radio bamberg Radio Bonn-rhein-sieg oder Radio Mainwelle, die bisher live von den Spielen ihrer Mannschaften berichteten, darf die ARD in ihren Rundfunkprogrammen überhaupt noch live in eine Basketbal-Halle schalten und wird Miles auch nict mehr hier seine emotionalen Reportagen zum Besten geben dürfen?

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