THE BIG DEAL – die Beko BBL im TV

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Teil 3: “Stream-Pionier” Thomas Nawrath

Thomas Nawrath Steven Clauss

Thomas Nawrath (re.), Pressesprecher und Stream-Kommentator der SKYLINERS

Thomas, Was hat Euch damals bewogen einen eigenen LiveStream auf die Beine zu stellen?

Eigentlich hat das Thema viel früher angefangen Gestalt anzunehmen. Im Bereich Video gab es ja schon vorher erste Schritte und Entwicklungen. Von dem Highlight-Spielzug der Partie war der Schritt zu einer kurzen Zusammenfassung der Begegnung ein logischer. Damals (2009/10) haben wir als erstes Team der Liga Zusammenfassungen und Highlights von allen Heim- und Auswärtsspielen unserer Mannschaft angeboten. Im Zuge dessen gab es natürlich auch eine technische Weiterentwicklung und vor allem neue Erkenntnisse, Kompetenzen und Sichtweisen. Daraus ergab sich dann der Gedanke, ein komplettes Spiel live zu übertragen. Den ersten, von einem Team in Eigenregie selbst produzierten Livestream in der Beko BBL haben wir schon in der Saison 2011/12 eigenständig produziert. Damals war es unser letztes Heimspiel gegen Tübingen. Davor hatten wir schon gute Erfahrungen mit Übertragungen der Spiele der FRAPORT SKYLINERS Juniors in der ProB gemacht. Es war also ein Prozess, der schlussendlich zu den Livestreams geführt hat. Wenn ich an der Stelle mal unseren geschäftsführenden Gesellschafter, Gunnar Wöbke, zitieren kann, der vor der Premiere gegen Tübingen sagte: „Wir sehen diese erste Live-Produktion als Testlauf für die Zukunft.“ Ich denke, da lag er nicht ganz falsch, wenn man sich die folgenden Entwicklungen und die neue Medienpartnerschaft der Liga mit der Telekom anschaut.

Wie bewertet ihr die beiden Saisons und welche Fortschritte gab es?

Die Übertragungen bewerten wir sehr positiv. Sie sind ein toller Service für die Fans und die vielen positiven Feedbacks bestätigen uns darin auch immer wieder. Fortschritte und Entwicklungen gab es eigentlich von jeder Übertragung zur nächsten. Es war toll zu sehen, wie die Dinge die wir uns vorgenommen und ausgemalt hatten oder die von den Fans an uns rangetragen wurden, umgesetzt und akzeptiert wurden. Kameraperspektiven, Graphiken, Atmo-Mikros – wie gesagt: Fortschritte gab es eigentlich mit jeder Übertagung und eigentlich haben wir noch gar nicht das Gefühl, schon am Ende zu sein. Ideen und Vorstellungen liegen noch stapelweise in den Schubladen.

Unsere Umfrage bestätigt: Frankfurt hat den beliebtesten LiveStream geboten. Stolz?

Das freut natürlich zu hören und bestätigt die tolle Arbeit und den Einsatz, den wir gemeinsam im Team erreicht haben! Da haben alle mit viel Herzblut und Kreativität an einem Strang gezogen.

Leider wird es nach der Neuvergabe der Medienrechte nicht mehr in Eigenregie weiter gehen, seid ihr traurig oder ist das einfach der nächste Schritt?

Es ist der nächste Schritt und ein großer dazu. Wir alle dürfen gespannt sein, welche Entwicklungen sich da jetzt ergeben werden und wohin die Reise der Übertragungen gehen wird. Alle Spiele in HD? Da kann man sich als Basketballfan nicht beschweren.

Steven Clauss und Du ward ein kongeniales Kommentatorenduo, wirst du das Mitfiebern am Mikrofon vermissen?

Weniger das Mitfiebern als die Expertise von Steven, den ständigen Dialog mit den Fans über Facebook, Twitter und Co und die Zusammenarbeit im Stream-Team. Weiter Mitfiebern werden wir alle aber natürlich trotzdem. Ansonsten ist bei den Heimspielen ja ohnehin immer reichlich zu tun, so dass die neu ´gewonnene´ Zeit in andere Projekte und Arbeiten investiert werden kann.

Vielen Dank Thomas, ich denke wir haben gemeinsam mit unseren Produktionen den Weg für eine neue Ära der Live-Berichterstattung zur Beko Basketball Bundesliga geebnet.

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4 Comments

  1. Jano

    24. Juni 2014 at 14:42

    Für den Basketballkonsumenten ist das Alles sicherlich ganz toll, aber was ist mit den Fans, die die Spiele ihres Vereins vor Ort besuchen?
    Die Basketball Bundesliga wird hiermit noch ein Stück mehr zum Konsumprodukt. Feste “Sendezeiten”, also für Fans vor Ort “Tipoffzeiten”, sind sicher lange überfällig, allerdings schwant mir böses, wenn ich lese, dass freitags, samstags und sonntags feste Tipoffzeiten geplant sind. Da der Spielplan wie zB im Fußball weiter entzerrt werden soll, um mehr nacheinander übertragen zu können befürchte ich Tipoffzeiten wie Samstag 15, 18 und 21 Uhr, Freitag 18 Uhr oder Sonntag 13 Uhr wie in der Vergangenheit bereits erlebt.
    Das mag für den Konsumenten vor der Röhre ganz toll sein, aber für die Fans, die den Sport beleben und ohne die es in den Hallen todeslangweilig wäre ist das kein Zuckerschlecken.

    Da werden wieder Entscheidungen getroffen, die für aktive Fans fast nur Nachteile haben. Positive Meldungen für diese Fans gibt es seitens der Bundesliga schon lange nicht mehr…

    • Chris

      24. Juni 2014 at 17:36

      Du hast bzgl. der Tip-Off-Zeiten wohl recht, dass es mehrere pro Tag geben wird, wobei die Vereine/Hallenkapazitäten ja auch eine Rolle spielen und die genauen Uhrzeiten noch nicht veröffentlicht wurden. Als Familienvater sehe ich es z.B. auch positiv sollte z.B. samstags auch mal um 18 Uhr oder sonntags um 15 Uhr gespielt werden. Insgesamt muss man als Fan aber wohl mit der fortschreitenden Kommerzialisierung leben, Basketball ist Business, die Vereine Wirtschaftsunternehmen. Ich sehe es aber durchaus auch positiv, dass ich neben dem Heimspiel vor Ort noch mehr Spiele als bisher live verfolgen kann. Ich gebe Dir aber recht, dass das negativen Einfluss auf die Fankultur, gerade bei Auswärtsfahrten haben könnte, dass alle Spiele übertragen werden. Hier sind die Vereine und die Fans gefragt, dass es nicht so wird. Es gibt doch schließlich nichts über das Live-Erlebnis in der Halle.

  2. bth-fan

    30. Juni 2014 at 10:55

    Danke für den ausführlichen Artikel!

  3. Jens

    10. Juli 2014 at 01:53

    Im ersten Satz steht, dass sich die Telekom die Übertragungsrechte auf allen audiovisuellen Kanälen gesichert hat. Was passiet mit den Radiosendern wie Radio bamberg Radio Bonn-rhein-sieg oder Radio Mainwelle, die bisher live von den Spielen ihrer Mannschaften berichteten, darf die ARD in ihren Rundfunkprogrammen überhaupt noch live in eine Basketbal-Halle schalten und wird Miles auch nict mehr hier seine emotionalen Reportagen zum Besten geben dürfen?

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